Der VR-Hype schwindet – Ist die virtuelle Realität vielleicht doch nicht die Zukunft?


Oculus Rift und HTC Vive werden immer billiger und Sony verleiht seine VR-Brillen sogar ganz umsonst an seine Kunden. Das Interesse rund um die „virtuelle Realität“ scheint sich so langsam zu verflüchtigen und dem anfänglichen Hype geht die Puste aus. Trotz der Probleme sind die Hersteller aber überzeugt: „VR ist die Zukunft!“ und versprechen bessere Hardware und ein breites Spieleangebot.

Schwindel, Kopfschmerz, Übelkeit – Unzulängliche Hardware ein echtes Problem

Selbst an guten Monitoren leiden viele Spieler bei schnellen Bewegungen unter sogenannter „Motion Sickness„, bekommen Schwindelanfälle und Übelkeit. In der virtuellen Realität wird dieser Effekt sogar noch verstärkt. Das liegt am Tracking, das genutzt wird, um die Bewegungen des Kopfes oder Körpers in das Spiel zu übertragen. Stimmt die Umsetzung nicht, wird dem Spieler übel, weil die Informationen des Gleichgewichtsorgans nicht zum Geschehen passen. Zudem ist der Ausflug in die virtuelle Realität aufgrund der geringeren Auflösung oft anstrengend für die Augen. Das Resultat sind Kopfschmerzen und Unbehagen. Vor allem die PlayStation VR hat mit diesem Phänomen zu kämpfen, denn ihre Auflösung ist mit 1920 x 1080 etwas kleiner als die der Konkurrenz.

Diese Probleme gänzlich auszumerzen wird nicht einfach, denn es müsste eine umfassende Änderung der Hardware vorgenommen werden. Genau das könnte aber sogar noch 2018 passieren. Sowohl Facebook als auch HTC werkeln an verbesserten Versionen ihrer Brillen, der HTC Vive Pro und der Oculus Go. Beide bekommen eine deutlich höhere Auflösung und bessere Linsen spendiert. Die Oculus Go soll dank optimierter LCD-Bildschirme auf 2560 x 1400 Pixel kommen, die Vive Pro sogar 2880 x 1600 erreichen. Außerdem sollen sowohl das Tracking als auch der Tragekomfort verbessert werden. Noch mehr Auflösung bekommt man nur noch mit der bisher namenlosen Primax-Brille, die sich momentan in der Entwicklung befindet. Diese soll bei ihrer Veröffentlichung mit zwei 4K-Displays ausgestattet sein und könnte damit zur echten Konkurrenz für Vive und Oculus werden.

Wer hat die Nase vorn?

Die PlayStation VR ist noch immer die erfolgreichste VR-Brille der Welt. Etwa 400.000 Geräte werden pro Quartal an die Kunden ausgeliefert. Die Oculus Rift belegt mit 200.000 Einheiten Platz 2 und gleich dahinter folgt mit etwa 160.000 Einheiten die HTC Vive. Dieser Unterschied ist allerdings auch dem Umstand geschuldet, dass Sony zu Anfang mit 399 EUR das beste Preis-/Leistungsverhältnis bot, während Rift und Vive mit 600 EUR und 900 EUR eine wesentlich höhere Einstiegshürde hatten. Der nötige Gaming-PC war im Lieferumfang selbstverständlich ebenfalls nicht enthalten. Mittlerweile sind alle Geräte mit 310 EUR (PSVR), 449 EUR (Oculus Rift) und 650 EUR (HTC Vive) nicht nur deutlich günstiger zu haben, sondern auch preislich näher beieinander.

Sony hält fest an VR

Für Sony war 2017 eines der umsatzstärksten Jahre. Erst kürzlich knackte der japanische Hersteller die Marke von 70 Millionen verkauften Konsolen und insgesamt 617 Millionen verkauften Spielen (Retail/Online). Bei der PlayStation VR ist das Interesse nicht ganz so hoch. Weniger als 3 % aller PS4-Besitzer haben auch die PSVR. Für Sony ist das aber kein Grund aufzugeben. In Amerika ist es jetzt möglich, sich für zwei Wochen ganz kostenlos eine PlayStation VR zu leihen und nach der Testperiode vergünstigt zu kaufen. Zudem hat man eine verbesserte Version seiner Brille angekündigt, die eine kabellose Übertragung nutzt, HDR unterstützt und besseren Tragekomfort bieten soll. Das große Manko der Auflösung wird man aufgrund der leicht betagten Hardware aber nicht so einfach in den Griff bekommen.

Es gibt keine guten Spiele

Nicht nur an der Hardware mangelt es auf dem VR-Sektor, auch das Softwareangebot lässt echte Knaller vermissen. Natürlich gibt es mit Resident Evil VII, Until Dawn, Alien Isolation oder Star Trek: Bridge Crew ein paar durchaus spielenswerte Titel, die von der Immersion profitieren, aber gerade das Horror-Genre ist nicht für Jedermann und viele Spiele kommen über den Status einer kurzen VR-Experience meist nicht hinaus. Auch dieser Umstand soll sich in den kommenden Wochen und Monaten aber drastisch ändern, denn es stehen einige Knallertitel in den Startlöchern und Sony möchte seine VR-Bibliothek bis Ende 2018 sogar verdoppeln:

  • Das PlayStation VR exklusive „The Inpatient“ erscheint bereits im Januar und ist ein Prequel zum Teenie-Slasher „Until Dawn“. Die Geschichte spielt diesmal im bekannten Blackwood Sanatorium und soll sich um die verschwundenen Bergleute drehen. Brass Tactics lässt die Herzen von RTS-Fans höher schlagen. Als mittelalterlicher Feldherr befehligt man hier seine Truppen beim Stürmen von Burgen und Ländereien oder muss eigene Stützpunkte verteidigen.
  • Beat Saber ist ein Rhythmus-Spiel für die Oculus Rift und die HTC Vive, das sich zwar noch in der Entwicklung befindet, aber noch 2018 erscheinen soll. Mit einem Lichtschwert gilt es, einfallende Drohnen zum Beat der Musik abzuwehren.
  • Auch The Walking Dead: VR von Skybound Entertainment ist noch nicht ganz fertig. Das Spiel basiert auf der gleichnamigen TV-Serie und soll eine Art Adventure werden. Man darf gespannt sein.
  • Ubisoft bringt mit Eagleflight sein allererstes VR-Spiel für alle Plattformen heraus. Ähnlich wie in Pilotwings darf man hier eine Reihe motorisierter und nicht motorisierter Fluggeräte in verschiedenen Missionen steuern.

VR ist tot, es lebe VR!

Nein, ganz tot ist der Hype um die virtuelle Realität noch nicht und es gibt weiterhin genügend Interesse. Zwar mag es Aspekte wie den hohen Preis und die (möglicherweise) körperlichen Probleme geben, die zunächst abschreckend wirken, aber auch die lassen sich über kurz oder lang in den Griff bekommen. Gerade im kommenden Jahr dürfen wir uns nicht nur auf verbesserte Hardware, sondern auch ein ordentliches Spieleangebot freuen. Besonders interessant dürften vor allem auch die neuen Titel aus dem Bereich der Slot  Spiele sein. Das ist doch ein Grund, der virtuellen Realität noch eine Chance zu geben.

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